Archiv des Autors: Sabine Kanzler

Über Sabine Kanzler

Seit über 20 Jahren beratend mit Einzelpersonen, Familien und Gruppen. Seit 1991 als Coach im beruflichen Umfeld tätig: bei der Suche nach einer neuen Position, der Bewältigung beruflicher Veränderungen, beim Erkennen persönlicher Potentiale, beim konstruktiven Umgang mit Krisen, bei Fragen der Kommunikation. Branchen- und hierarchieübergreifende Erfahrungen helfen dem Berufsanfänger wie der erfahrenen Führungskraft weiter.

Bewerbung mit oder ohne Foto?

IMG_3827 (2)Ein Foto in der Bewerbung – ist das eigentlich überflüssig? Oder sogar schädlich, weil der Personaler dann nur noch drauf schaut, ob ihm der Bewerber auf dem Bild sympathisch ist? Wird man vielleicht aussortiert aufgrund seines Aussehens und ohne, dass man sich genau die Kenntnisse und Fähigkeiten des Bewerbers angeschaut hat?

Ich höre und lese das immer wieder Stimmt das so? Ist ein Bewerbungsfoto wirklich nicht mehr notwendig? Irgendwie kann ich mir das nicht so richtig vorstellen. Aber was mache ich jetzt?

In meinen vorherigen Bewerbungen hatte ich immer ein Passfoto im Lebenslauf oben rechts eingefügt. Allerdings musste ich mich nun schon eine Weile nicht mehr bewerben und so ist das Foto auch schon etwas veraltet. Soll ich ein neue Passfotos machen zu lassen? Oder kann sogar ein Bewerbungsfoto, wo ich vollständig zu sehen bin, von Vorteil sein? In welchen Fällen raten Sie ab ein Foto der Bewerbung beizufügen?

Frage: Bewerbung mit oder ohne Foto?

Die Rolle von Fotos im Bewerbungsverfahren wird sehr unterschiedlich gesehen. Im Rahmen des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) und den Diskussionen um anonyme Bewerbungen werden Fotos kaum noch ganz konkret angefordert. Dennoch löst ihr Fehlen Irritation aus und so gehören sie in Deutschland immer noch dazu und werden gern gesehen, um durch sie einen ersten Eindruck vom Bewerber zu gewinnen. Weiterlesen

New Work oder Polizeiruf 110 …?

IMG_3403 (2)Folgende Situation: Sie kommen nach einem kurzen Gang auf die Toilette zurück an Ihren Schreibtisch und sehen in Ihrem geöffneten Browser die Abfrage „10 ways to kill a colleague you hate“. Oder Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine Mail über den Firmenaccount von einem Kollegen „Wie viele Jahre Gefängnisstrafe gibt es für Waffenhandel im Darknet? Frage für einen Freund.“

Was denken Sie?

Trauen Sie Ihren Augen? Wird Ihnen flau in der Magengegend? Fällt Ihnen ein, dass vor kurzem doch  der Gedenktag für den Amoklauf des Schülers in Erfurt war? Denken Sie an München, wo ein junger Mann an seine Mitschüler eine Mail geschrieben und sie zu McDonald auf ein Freigetränk eingeladen hat? Oder hoffen Sie ganz einfach, dass das alles nicht wahr ist und dass nichts passieren wird?

Wenn Sie sich von der ersten Überraschung erholt haben, was tun Sie dann? Nichts? Einen Kollegen ansprechen und um Rat fragen? Die Polizei anrufen?

Und nun – wir kommen zum Ende der Geschichte – stellen Sie sich weiterhin vor, dass Sie nach einer Stunde mit Grübeln, mit Sorge und Verunsicherung einen Kollegen sehen, der sich vor Begeisterung auf die Schenkel schlägt, der strahlt und sich ganz offensichtlich freut! „Ich war das! War Spaß! Bist Du drauf reingefallen?“

Ein abwegiger Gedanke? Seien Sie nicht so sicher! Das Netzwerk, das sich als führend im Bereich „New Work“ bezeichnet, hat in seinem redaktionellen Teil diese und weitere Ideen aufgelistet. Wenn die Stimmung im Büro wieder mal ganz unten ist, dann können Sie mit solchen Scherzen Lachen in den Büroalltag bringen. Meint Xing in Xing Spielraum!

Weitere Vorschläge?

  • 1. Mitten in einer Telefonkonferenz sagen „Ist okay, ich bin stummgeschaltet. Sind die Scharfschützen in Position? Denkt daran, NUR auf mein Kommando!“.
  • So lange im Büro bleiben, bis die Kollegen weg sind. 2. Mit Kreppband den Umriss eines Menschen auf den Boden am Arbeitsplatz kleben und ein Schild mit der Aufschrift „Tatort“ ausdrucken und aufstellen 3. Nächsten Tag frei machen/spät kommen.

Seit ich das gelesen habe, frage ich mich, ob ich vielleicht zu alt bin, um so etwas lustig zu finden. Oder zu humorlos. Oder beides. Denn all diese Ideen werden auf Kosten anderer gemacht und spielen mit der Schadenfreude denjenigen gegenüber, die den „Scherz“ ernst genommen haben. Und mit deren Angst.

Nun ist Schadenfreude etwas ziemlich Normales. Jeder kennt sie, keiner ist frei von ihr. Am 1. April ist sie sogar institutionalisiert. Sich bei Schadenfreude „mal zu erwischen“ ist also völlig normal Aber eine Liste von bis jetzt 52 (!!) Vorschlägen zu veröffentlichen, wie man Kollegen veräppeln bis richtig reinlegen und in unangenehme Gefühlslagen bringen kann, das hat doch noch eine andere Qualität – für mich jedenfalls. Was ist das für ein Arbeitsumfeld, in dem man so miteinander umgeht? In dem man Spaß mit solchen Aktionen hat und sogar Punkte vergibt? Gibt es da am Monatsende regelmäßig ein Mitarbeiterranking? Wer am meisten Punkte hat, der … ja, was eigentlich?

Was heißt das fürs Recruiting, wenn solche Bürospäße zum Arbeitsalltag gehören? Was bedeutet das für Bewerber? Nach welchen Kriterien wird dann ausgewählt? Wie positioniert man sich als jemand, der ganz anders tickt? Was für einen Stand unter den Kollegen hat man dann? Welche Rolle spielen Vorgesetzte in solch einem Szenario? Wen müssen Sie schützen? Die Spaßbereiter vor denen, die nicht mitmachen wollen? Diejenigen, denen solche Scherze gegen den Strich gehen, vor den Scherzbolden? Und müssen sie mitmachen?

Ganz ehrlich: Wenn DAS die schöne neue Arbeitswelt ist, dann bin ich gerne altmodisch! Und bleibe es auch.

Ach, und noch etwas: Bleiben Sie vorsichtig! In einer ganzen Reihe von Unternehmen werden Sie für Scherze dieser Art abgemahnt. Mindestens!

 

Ihre Sabine Kanzler

 

Typisch französisch!

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Ort des Geschehens: der Planet „Frantastique“.

Es spielen mit: ein paar Extraterristrische, ein Praktikant von der Erde alle tätig in der AIGF (Agence Intergalactique de la Francofonie). Und Victor Hugo. Den haben sie angeheuert als Verbindungsmann, als Botschafter,

Es lässt sich unschwer voraussagen, dass da Welten aufeinander prallen. Und schon in den ersten Lektionen werden wesentliche (Vor-)Urteile über die Franzosen und das Savoir vivre bedient.

Besonders witzig für mich: der Streik, ja der Aufstand, als in der extraterristrischen Kantine das Fehlen des Senfs festgestellt wird. Bisher habe ich nämlich die Suche nach gutem Senf für eine Marotte des Gatten gehalten. Die geht bei ihm so weit, dass er zum Essen in seiner irdischen Kantine immer (!) eine Tube Senf mitnimmt. Den guten, französichen Senf natürlich. Jetzt lerne ich, dass diese Wertschätzung des Senf ganz offenbar in den französischen Genen verankert ist. Sein Fehlen kann die Verantwortlichen Kopf und Kragen kosten – „typisch französich“ natürlich mit der „Kopf-ab-Maschine“, der Guillotine.

Aber keine Sorge! Alles wird gut und es fließt kein Blut!

Bei solchen Horrorszenarienn stellt sich dem „seriösen“ Lernwilligen die Frage, ob das Ganze nicht sehr ins Alberne abdriftet.

Nein, das tut es nicht. Jedenfalls meiner Meinung nach, Das Setting mit den Außerirdischen ist wirklich witzig und überhaupt nicht albern. Denn da wird sehr auf den Punkt gebracht, welche Unterschiede zwischen den Extraterrestrischen (Deutsche, Schweizer, Österreicher … eben alle, die den Kurs buchen und die keine Franzosen sind) und den Franzosen herrschen. Interkulturelle Kompetenzerweiterung vom Feinsten. Und das alles mit einer gehörigen Portion Selbstironie.

Dass nun ausgerechnet Victor Hugo dort auftaucht …, das ist, als ob die Extraterristrischen für einen Deutschkurs Goethe und Theodor Heuss engagiert und ihn auf der Suche nach Currywurst oder Schweinebraten zur Rettung des Kantinenfriedens nach Deutschland geschickt hätten.

 

F(r)antastisch? Frantastique!

Bild: KanzlerCoaching„Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu!“, so sagt man doch, nicht wahr? Ich hoffe, diese Aussage stimmt, denn ich bin wild entschlossen, etwas für mein Französisch zu tun.

Ok, relativ!  Relativ wild. Was Sie hier in nächster Zeit lesen werden, ist also ein Selbstversuch in Sachen Weiterbildung. Man kann schließlich nicht jedem, der nicht bei „3“ auf dem Baum ist, empfehlen, etwas für die eigene Qualifikation zu tun und sich selber ausschließlich mit Fachbüchern in den Lesesessel zurückziehen.

So richtig gesucht habe ich gar nicht nach einer Möglichkeit. Sie hat mich gefunden! Auf einer Plattform zum Thema „Fernlernen“ habe ich ein Angebot von Frantastique gefunden, das eine lange Testphase verspricht: einen Fernkurs, bequem im oben schon genannten Lesesessel am Laptop zu bearbeiten. Angenehm! Denn im Überschwang der ersten Begeisterung mich gleich für einen längeren Zeitraum zu verpflichten, das ist so gar nicht mein Ding! Weiterlesen

Tomatenprinzliches oder auch: Tomaten-Coaching

Kürzlich hat er es wieder ins Themenheft der ZEIT geschafft! Zum Thema „Besondere Hotels“: 2014 182 (2)Der Tomatenprinz nämlich, mit „bürgerlichem“ Namen Louis Albert de Broglie!

Wobei er natürlich überhaupt nicht bürgerlich ist, sondern einer Dynastie angehört, die mehrere Heerführer (darunter drei Marschälle von Frankreich), Historiker, Staatsmänner (darunter zwei Premierminister), Mitglieder der Académie française und einen Physik-Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Weiterlesen

Ihre Fragen – meine Antworten: Anschreiben

Bild: Sabine Kanzler
Bild: Sabine Kanzler

Die Frage:

Immer, wenn ich ein Anschreiben für meine Bewerbung erstellen soll, macht mich das völlig fertig. Ich sitze vor dem leeren Bildschirm und mir fällt außer Absender und „Sehr geehrte Damen und Herren“ nichts ein. Was schreibe ich da? Haben Sie ein paar tolle Sätze, die den Personaler neugierig auf mich machen? Weiterlesen

© Sabine Kanzler

Klopapier oder: Interkulturelle Erfahrungen (1)

Wer jemals unvorbereitet in einem Bed & Breakfast in Frankreich auf dem stillen Örtchen hinter sich gegriffen hat, der könnte sich an die Überraschung erinnern, die er empfunden hat. Statt einer Rolle, von der man bequem die benötigte Anzahl von Blättern abreißt, findet man oft lose Blätter, gefaltet wie Zigarettenpapier. Auch optisch erleben Sie gegebenenfalls Neues: Das Papier gibt es in pastelligen Farben gelb, grün, rosa, violett. Die Haptik ist … nennen wir sie „ungewöhnlich“. Das Papier ist gerne weniger porös und auch nicht so dick. Man muss sich also gewöhnen! Weiterlesen

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Spieglein, Spieglein an der Wand oder: Suchen Sie eine Coacherin … eine Coachin, eine Coachesse … oder gar eine Coachöse?

Der Wunsch, sich von anderen Anbietern abzusetzen, führt zu wahrhaft interessanten oder auch abenteuerlichen Wortgestalten und Berufsbildern bei jemandem, der als Coach arbeitet. Was wollen Verbindungen mit „Achtsamkeit“, „Karriere“, „Verhalten“ oder „Mut“ dem potenziellen Kunden sagen? Dass jeder, der diese Verbindung nicht explizit herstellt, nicht achtsam ist, sich nicht mit Ihnen um Karrierefragen kümmert oder nicht Ihren Mut zur Veränderungen stärken will?

Dann gibt es auch noch den „Männercoach“ und den „Frauencoach“ – oder müsste es nicht besser heißen „die Frauencoachin“? Denn der Duden kennt zu meiner ehrlichen Überraschung „die Coachin“. Weiterlesen

Sie kennen das Jodeldiplom? Mit dem man dann „was Eigenes“ hat?

Jodel_Ausschnitt 1 © Paul Oppermann

„Berufliche Weiterbildung, auch als Fortbildung bezeichnet, ist eine Form der Erwachsenenbildung, die dazu dient, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.“ So weit Wikipedia. Gut zu wissen! Nur ist dieses Wissen nicht die Lösung aller Fragen, denn die Schwierigkeiten fangen für den Bildungswilligen nun erst an. Wer hat schon klare Vorstellungen, welche Fähigkeiten zukünftig gefragt sein werden oder welche aufbauenden Qualifikationen zum beruflichen Lebenslauf passen? Einfache Fragen – komplizierte Antworten. Weiterlesen

Hauptsache mit Stil

IMG_0971 (2)IMG_0971 (4)Die Zeit nach Weihnachten – gemeinhin assoziiert mit Völlerei und anschließend kneifendem Rock- und Hosenbund – ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Spätestens in der Fastenzeit wird es dann akut. Denn erstens fastet irgendwie die halbe Welt um einen herum mit irgendetwas. Und zweitens nahen Frühjahr und Sommer mit körpernaher oder gar teilkörperfreier Bekleidung. Vorsätze müssen also her, um diesen Herausforderungen mutig ins Auge blicken zu können!

Ein guter Vorsatz heißt „Abnehmen“. Ein anderer „Mehr Gemüse essen“. Wer es dann ökologisch ganz korrekt machen will, der fügt hinzu „Und das Gemüse sollte frisch sein und weitgehend aus der Region kommen.“

Ok, reden wir also über … Gemüseeintopf!

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