„Richtig Geld verdienen!“ – (M)eine Motivation fürs Fernstudium …

Frage:

Ich habe ein Fernstudium angefangen, weil ich beruflich etwas erreichen und nicht ewig als Sachbearbeiter für 2000 Euro im Monat arbeiten will. Nach dem Studium möchte ich KarriereIMG_3981 machen und strebe deshalb eine Führungsposition an. Da will ich natürlich nicht unnötig Zeit verlieren. Jetzt habe ich aber den Eindruck, dass das Fach, das ich gewählt habe (BWL) nicht das richtige ist für mich. Es is doch irgendwie Blödsinn, sich beispielsweise in Jura um einzelne Paragraphen zu kümmern. Wenn es Probleme gibt, dann haben Unternehmen doch einen Juristen, den man fragen kann. Und was soll ich mit Volkswirtschaft, die ja so theoretisch ist, dass ich mich frage, was man damit im Arbeitsalltag anfangen soll. Wenn ich jetzt Anfang 20 wäre und an einer Präsenzuni studieren würde, dann würde ich das vielleicht anders sehen. Aber so? Schließlich habe ich nicht mehr ewig Zeit!

Was soll ich machen? Haben Sie eine Idee?

Meine Antwort:

Es liegt in der Natur der Sache, dass man beim Lernen neuer Fächer nicht immer und schon gar nicht auf den ersten Blick erkennt, wofür denn nun um Himmels willen die neu zu lernenden Inhalte gut sein sollen. Die Erfahrung, die Sie gerade in Wirtschaftsrecht machen, wird Ihnen also im Laufe Ihres Studiums noch öfter begegnen. Wenn Sie da bei jedem Zweifel in Bezug auf die Praxistauglichkeit Widerstand entwickeln, dann wird Ihnen das das Erarbeiten dieser Inhalte extrem schwer machen. Oder umgekehrt: Denken Sie da einfach noch mal über Ihre Einstellung nach. Dann wird vieles einfacher!

Ein Studium soll ja dazu befähigen, sich ein Thema umfassend zu erschließen, Zusammenhänge zu erkennen und die Fähigkeit entwickeln, Sachverhalte angemessen zu beurteilen. Es ist kein Lebensmittelgeschäft, das man bei Bedarf besucht, um mal schnell die fehlende Zutat fürs Mittagessen zu besorgen und dabei noch das günstigste Lebensmittel auszusuchen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir das Bild.

Der nächste Punkt: Sie schreiben, Sie würden nicht Ihr ganzes Berufsleben auf einer Sachbearbeiterposition bleiben wollen. Sie würden irgendwann auch mal eine Führungsposition ausüben wollen.

Ein Studium ist kein Garant für eine Leitungsposition. Es ist bestenfalls eine Voraussetzung. Eine unter einer ganzen Reihe anderer Voraussetzungen, persönlicher Erfahrungen und Kompetenzen. Der größte Teil der Absolventen eines Studiums bleibt sein Leben lang „Sachbearbeiter“.

Wie Sie in dieser Position bezahlt sind, das hängt ab vom Unternehmen, der Branche, der Region und – natürlich – von den Aufgaben. Vergütung und intellektueller Anspruch, den die Aufgaben stellen, hängen da schon zusammen. Und alles geht dann einher mit einem höheren Maß an Abstraktionsfähigkeit, Fähigkeit zur Planung, zu konzeptionellem Denken etc.

Ich weiß nicht, inwieweit Ihnen das alles bewusst ist. Vielleicht wäre es hilfreich, Ihre Motivation fürs Studium und seine Inhalte mal unter diesem Blickwinkel zu betrachten.

 

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