Tomatenprinzliches oder auch: Tomaten-Coaching

Kürzlich hat er es wieder ins Themenheft der ZEIT geschafft! Zum Thema „Besondere Hotels“: 2014 182 (2)Der Tomatenprinz nämlich, mit „bürgerlichem“ Namen Louis Albert de Broglie!

Wobei er natürlich überhaupt nicht bürgerlich ist, sondern einer Dynastie angehört, die mehrere Heerführer (darunter drei Marschälle von Frankreich), Historiker, Staatsmänner (darunter zwei Premierminister), Mitglieder der Académie française und einen Physik-Nobelpreisträger hervorgebracht hat.

Der Prinz und ich haben etwas gemeinsam: Wir mögen Tomaten.

Im Garten seines Château de la Bourdaisière im Loiretal östlich von Tours hat er in seinem Schlossgarten die weltweit bedeutendste Sammlung von Tomaten angebaut. 658 Sorten wachsen dort.Bourdaisiere Tomatengarten 4

Tomaten etcc 008Einige davon (sechs oder sieben, um präzise zu sein!) wachsen bei mir auch. Mangels Schlossgarten im Sack! Die Tomatensaison ist jetzt vorbei, vor ein paar Tagen haben wir den letzten Salat gegessen mit Tomaten, die wir auf der Fensterbank nachreifen ließen. Sagen Sie selbst, lohnt sich für so einen Blick in die Schüssel nicht die Mühe?

 

Wenn Sie es also im nächsten Jahr mal selbst probieren wollen mit der Zucht, dann fangen Sie am besten rechtzeitig an zu überlegen. Also jetzt. Und wenn Sie sich auch ohne ausgedehnte Latifundien für „Ja, ich will!“ entschieden haben, dann nehme man

  • eine geschützte Ecke auf dem Balkon, auf einem Kiesbett mit schlechtem Boden, auf der Terrasse …
  • einen Sack Erde (40l) und ein Messer
  • Tomatensamen nach Wahl und Ansaattöpfchen oder schon vorgezogene Pflanzen aus dem Gartencenter, vom Wochenmarkt oder Bekannten mit grünem Daumen

Im Töpfchen im Februar am Küchenfenster angesät, sind die Pflänzchen im April / Mai groß genug, um ausgepflanzt zu werden. Frostfrei sollte es allerdings nachts schon sein!

CIMG2026 (2)Den Erdsack legen Sie dahin, wo Ihr „Tomatenbeet“ hinsoll. Schneiden Sie drei nicht allzu große Kreuze in die Plastikhülle und setzen Sie Ihre Pflänzchen dort hinein. Irgendwann, wenn sie gewachsen sind, stecken Sie noch einen Ast, einen Tomatenstab als Rankhilfe in die Erde und binden Sie die Tomaten hoch. Fertig. Jetzt müssen Sie nur noch gießen, von Zeit zu Zeit vorsichtig nachdüngen und warten, bis die Tomaten reif sind. Und unten in den Sack ein paar Löcher pieksen, damit zu viel Gegossenes ablaufen kann.

Die Vorteile dieser Anbaumethode? Sie können (auch im Garten) jede Ecke nutzen, selbst wenn dort keine gute Pflanzerde ist, Sie brauchen nicht so oft zu gießen, da ja durch den Sack kein Wasser verdunsten kann, Sie müssen nicht viel düngen, weil der Dünger an der Pflanze bleibt und zum Ende der Saison kommt die verbrauchte Erde in die Biotonne oder auf den Kompost.

Meine Lieblingssorten? Tasty Evergreen, Podland Pink, Poire rouge und „die Zebras“. Letztere vor allem, weil sie auf dem Teller richtig dekorativ aussehen. Das Auge isst schließlich mit!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *