Gas geben bei dichtem Nebel?

Gas geben bei dichtem Nebel? Nicht Sie, oder?

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Bild: Uschi Dreiucker/pixelio.de

Alle Welt redet von einem guten Arbeitsmarkt in Deutschland, der nach Fachkräften förmlich schreie. Aber natürlich gibt es auch die andere Seite: Unternehmen, die Entlassungen aussprechen, weil es bei ihnen eben nicht so gut läuft, weil ein Arbeitsbereich an einen anderen Standort verlagert wird, weil das Projekt, in dem man arbeitet, platzt und es keinen adäquaten Job im Unternehmen gibt, auf den man versetzt werden könnte. Die Arbeitnehmer, die es betrifft, müssen sich umorientieren – ob sie nun wollen oder nicht.

Das, was ein bisschen beruhigen kann: Der Arbeitsmarkt ist prinzipiell aufnahmefähig für wechselbereite Mitarbeiter.

Wer nun gezwungenermaßen vor der Situation steht, sich einen neuen Arbeitsplatz suchen zu müssen, wird mit der Vorstellung, die Kündigung auch als Neubeginn zu betrachten, erst einmal nicht viel anfangen können. Vermutlich wird er sie leicht als zynisch empfinden, denn der Arbeitsplatzverlust stellt in erster Linie einen massiven Stressfaktor dar. Dieser resultiert aus einer subjektiven und nicht unbedingt realen Angst vor der Zukunft, vor finanziellen Einschränkungen und der Sorge, wie denn wohl die Chancen am Arbeitsmarkt sind. Das umso stärker, je älter jemand ist, je länger die letzte Bewerbung zurück liegt.

Wenn Sie in solch einer Situation sind, dann sollten Sie zuerst einmal

  • Informationen über die am heutigen Arbeitsmarkt geltenden Regeln erwerben,
  • Entscheidungskriterien entwickeln, welchen beruflichen Weg Sie gehen möchten,
  • neue Ideen darauf hin untersuchen, ob und wie sie sich in die Realität umsetzen lassen,
  • Ihren individuellen Arbeitsmarkt identifizieren, indem Sie überprüfen, in welchen Branchen oder in welchen Unternehmen Ihre Erfahrungen und Kenntnisse gebraucht werden könnten,
  • eine realistische Selbsteinschätzung finden, indem Sie sich weder (zu) klein machen noch Ihre Möglichkeiten zu überschwänglich beurteilen,
  • und zum Schluss aussagekräftige und wettbewerbsfähige Bewerbungsunterlagen erstellen.

Ihnen fällt auf, dass ich Ihnen nicht empfehle, sofort anzufangen Bewerbungen zu schreiben? Nun, als Autofahrer würden Sie ja auch nicht in dichtem Nebel Gas geben und eine kurvige und unübersichtliche Straße entlang rasen! Oder etwa doch?

Ihre Sabine Kanzler

Ein Gedanke zu „Gas geben bei dichtem Nebel?

  1. Enno

    Guter Beitrag, leider ist es in der Praxis eben doch so, das das subjektive Empfinden die Oberhand hat und sich auch dadurch schnell in objektive Tatbestände wandelt, wenn nicht ein fast nahtloser Wechsel gelingt. Das liegt aber vor allem auch an dem dann doch erheblichen Einschnitt im Einkommen, den viele eben nicht mehr kompensieren können. Und bei einer Neueinstellung bekommt man meist nicht mehr das alte Gehalt ist aber gezwungen auch solche Jobs anzunehmen. Trotzdem ist eine ruhige und positiv eingestellte Herangehensweise wie hier empfohlen auf jeden Fall das Bessere.

    Enno

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