Kennen Sie das Jodeldiplom?

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Bild: © Paul Oppermann

„Berufliche Weiterbildung, auch als Fortbildung bezeichnet, ist eine Form der Erwachsenenbildung, die dazu dient, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.“ So weit Wikipedia.

Gut zu wissen! Nur ist dieses Wissen nicht die Lösung aller Fragen, denn die Schwierigkeiten fangen für den Bildungswilligen nun erst an. Wer hat schon klare Vorstellungen, welche Fähigkeiten zukünftig gefragt sein werden oder welche aufbauenden Qualifikationen zum beruflichen Lebenslauf passen? Einfache Fragen – komplizierte Antworten. Oft erst mal gar keine Antworten, sondern viele, viele weitere Fragen, die sich aus dem Entschluss zur Weiterbildung entwickeln.

Da steckt viel Hoffnung hinter der Entscheidung, sich weiterzubilden – manchmal auch illusionäre Hoffnungen. Und was sagt man einem Menschen mit eher überschaubarer theoretischer Ausbildung und wenig anspruchsvoller beruflicher Erfahrung, der nun endlich „groß rauskommen“, Karriere machen möchte, der das nicht schafft und nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird? Der ins Coaching kommt, Begleitung auf diesem Weg hin zu beruflichem Erfolg sucht und sich jetzt als Abhilfe vorstellt, eine Weiterbildung „Projektleitung“ zu machen? Dessen Bewerbungsunterlagen aber den Gedanken nahelegen, ein Kurs in den grundlegenden MS Office Anwendungen wäre viel hilfreicher, wenn gleichzeitig ein Lernprogramm „Rechtschreibung & Grammatik“ gestartet würde?

Dann gibt es auch noch Leute, die sind interessiert. An allem! Sie bilden sich folgerichtig auch in allem fort … Sprachen, Marketing, Qi Gong … und sie schreiben auch alles in ihren Lebenslauf. „Wissen Sie, das mache ich, um meine Vielseitigkeit und Flexibilität zu belegen…“ Ich frage mich dann, ob das wirklich sein muss. Nicht, dass Sie mich jetzt falsch verstehen – es soll jeder die Kurse machen, zu denen er Lust hat. Aber will die Welt das wirklich wissen? Und vor allem: Muss sie das wissen?

Wie schon geschrieben: Einfach ist es nicht. Die Zeiten sind vorbei, in denen man mit dem Loriot’schen Jodeldiplom „was Eigenes“ hatte. Andererseits: Für Evelyn Hamann war das Jodeldiplom ein Baustein einer beispielhaften Karriere. Also muss ja auch an solchen Fortbildungen wohl was dran sein, oder?

Lassen Sie uns gemeinsam in den nächsten Wochen über das Thema „Weiterbildung“ nachdenken!

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